FACHFORUM

Goldene Nadel nach Dr. Ye

von Franz Thews

Während meines Studienaufenthaltes an dem College of TCM in Lu Zhou lernte ich den berühmten Dr. Ye kennen. In seiner Familientradition wird die legendäre "Goldene Nadeltechnik" durchgeführt. Diese wird nun seit fünf Generationen innerhalb der Familie weitergegeben und am College im Klinikbereich mit Erfolg umgesetzt.

Es war schon immer das Bestreben der chinesischen Medizin, die Effektivität der Therapie deutlich zu steigern. Hierzu wurden neben der Phytotherapie auch ausgeklügelte und differenzierte Nadeltechniken entwickelt. Heute ist es in der Volksrepublik China jedoch an den Kliniken üblich, mit wiederverwendbaren Akupunkturnadeln aus Stahl zu arbeiten. Die Familiendynastie Ye hat jedoch schon vor vielen Generationen einen anderen Weg beschrieben und trotz allen Änderungen in China beibehalten. Dazu hat sich Dr. Ye für die Therapie eigene Akupunkturadeln herstellen lassen, mit einen Goldgehalt von ca. 90 %. Der Rest besteht aus "roten Kupfer". Die AkupunkturNadeln haben einen Durchmesser von etwa 0,28 mm und eine Länge von drei bis fünf Cun, also etwa 75 bis 125 mm. Der Nadelkörper ist somit sehr dünn, geschmeidig und von weicher Qualität. Der Griff selbst ist deutlich kürzer als bei den üblichen Stahlnadeln

Um die Akupunkturadeln in den Körper des Patienten einzuführen ist eine spezielle Nadel- und Handtechnik notwendig. Meist wird die Nadel am Nadelkörper gefa"t und in einem Winkel von etwa 15 bis 30 Grad in den Akupunkturpunkt eingeführt. Diese Art der Akupunktur hat verschiedene Vorteile. Der erste Vorteil ist natürlich, da" die Goldnadel prinzipiell eher einer tonisierenden Technik entspricht. Deshalb kommt die "Goldene Nadel" auch bevorzugt bei chronischen Kranken zum Einsatz. Des weiteren kann das eigentliche De-Qi-Gefühl nicht nur lokal gehalten werden, sondern sanft am Punkt weiter geleitet werden.

Anschrift des Verfassers:
Franz Thews
Heilpraktiker
Grosswiesenstr. 16
78591 Durchhausen


Diesen Beitrag in vollem Umfang finden Sie in Naturheilpraxis 2/99.


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