Lu Zhou, eine Reise zu den therapeutischen Wurzeln

Prof. Fan, Präsident des College of TCM in Lu Zhou bei der
Übergabe des
Paracelsus-Freundschaftsbanners von Herrn Thews
im Namen der Paracelsus Schulen


TERMINE 2000, TERMINE 2001

Aprilgruppe 2000
26. März bis 26. April 2000
1. Gruppe Akupunktur Basis mit HP Thews
2. Gruppe Akupunktur Aufbau
Maigruppe 2000
29. April bis 29. Mai 2000
1. Gruppe Akupunktur Basis
2. Gruppe Akupunktur Aufbau
3. Gruppe Tui Na und chinesische Phytotherapie
Oktobergruppe 2000
01. bis 31 Oktober 2000
1. Gruppe Akupunktur Basis
2. Gruppe Akupunktur Aufbau
3. Gruppe Akupunktur Aufbau mit HP Thews

Bitte bis zum 15. Dezember anmelden!

Vorrausschau auf 2001
Rundreise durch mehrere
Kliniken für 6 Wochen in der Provinz Sichuan
Ausbildung an der
Anatomie im Medical College für 4 Wochen


Der interessante Bericht des Kollegen HP Franz Thews (unser "Alter Chinahase") über die erste Studienreise der DPS nach China vermittelt über die dortige Studien- und Praxisarbeit an der Universität von Lu Zhou hinaus beeindruckende Impressionen über Land und Leute, über gesellschaftliche und soziale Strukturen eines uns weitgehend unbekannten Landes. Die Kurzkommentare der Teilnehmer spiegeln die Begeisterung über den Studienaufenthalt wieder, die wir gerne veröffentlichen.


Erste Studienreise der Deutschen
Paracelsusschulen nach China

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: "Wir können nur die Tür öffnen, durchgehen muß jeder selbst". Als die Paracelsus Schulen an dem Projekt "Internationale Beziehungen zu Hochschulen für Traditionelle Chinesische Medizin" zu arbeiten begannen, konnte noch keiner ahnen, wie sich dies entwickelt.
Heute, nachdem die erste große Paracelsus-Studiengruppe zurück in Europa ist,
kann von einem großen Erfolg gesprochen werden. Niemals können Worte das Empfinden, das Erleben und die tiefe Tragweite dieser Reise für die therapeutische Zukunft wiedergeben. Nicht dieser Akupunkturtourismus in irgendwelche TCM- Trainingscenter stand zur Debatte, sondern weit ab vom Mainstream, tief in der Provinz Sichuan wurde diese Studienreise durchgeführt. An einem Ort, Lu Zhou, der kaum in einem Reiseführer auftaucht und auch in vielen chinesischen Landkarten einfach aufgrund der Größe, besser gesagt wegen der Kleinheit nicht erfaßt wurde. Wer sich hierher begibt, taucht tief ein in ein Land, welches noch nicht durch den Tourismus verändert wurde. Wir Europäer wurden in Lu Zhou naiv, kindlich bestaunt, wie Außerirdische.
Der eigentliche Grund, um nach Lu
Zhou zu kommen, war das Medical College, noch etwas verschlafen, doch auch hier macht sich die Reform Chinas bemerkbar. Hier wurden erst sehr wenige ausländische Studenten ausgebildet. Wer sich hierher begibt, kommt nur zurück, wenn die Zeit abgelaufen ist. Ich habe viele Universitäten, Colleges und Kliniken für TCM besucht, doch hier ist alles auf uns abgestimmt.


Dieser 86 Jahre alte Mann war 6x verheiratet 
und hat 48
Enkel, er raucht nur Tabak aus
eigenem Anbau.

Um nun die Qualifikation des College mit seinen beiden Kliniken: Generalhospital, unter der fachlichen Betreuung von Dr. Xiao, TCM Hospital, unter der fachlichen Betreuung von Dr. Wang, zu beschreiben, kann ich nur sagen: gut, perfekt, großartig. Nur das tiefe Gefühl, hier die Antwort auf therapeutische Fragen zu finden, die Möglichkeiten der TCM zu offenbaren, ist einzigartig.
Weit fort von westlicher Zivilisation wurden
bei den einzelnen Teilnehmern sehr schnell auch eigene Schwachstellen aufgedeckt. So wurden so manche körperliche Schwächen, nicht vollständig ausgeheilte Infekte hier zu einem Thema. Diskussionen wurden geführt über Antibiotika... Erstaunt konnte ich als alter Chinahase dies beobachten. Die Studenten vertrauten sich den Ärzten an.

Mit Akupunktur, Phytotherapie, Moxa und vielem mehr konnten die Studenten den Erfolg am eigenen Leib erfahren. Auch der Einsatz von westlicher Medizin wurde in Grenzfällen erwogen. Noch klingen mir die Worte von Dr. Jordan in den Ohren: "Dies hätte ich in jedem Fall in Deutschland mit Antibiotika behandelt, und hier, welch ein tiefes Vertrauen in die eigene Medizin". Auch so manche emotionale und psychologische Wunde brach auf. Doch auch hier konnte durch den unermüdlichen Einsatz von Frau Dr. Reiskova geholfen werden. Wir konnten an den Kompetenzen arbeiten:
– fachliche Kompetenz
– persönliche Kompetenz
– psychologische Kompetenz

So konnten viele eine persönliche Reifung durchleben, die hier im Land der aufgehenden Sonne tiefer greifend ist, als in einer Welt voller Stimulanzien und perfekter Reizüberflutung. Zurück nach Deutschland fliegen gute TCM- Therapeuten, die auf einem hohen Niveau inzwischen diese Heilmethode beherrschen. Es ist mir eine großes Bedürfnis, diese innere Zufriedenheit über das gelungene Projekt zum Ausdruck zu bringen. Ich bin stolz, diesen Weg zu gehen und bedanke mich ganz herzlich bei der Gruppe für die gewonnene Einsicht.

Diese Reisen werden in Zukunft jährlich in den Monaten April, Mai, Oktober angeboten. Eine Anmeldung muß bei den Paracelsus Schulen etwa drei Monate vorher erfolgen. Aufgrund des großen Interesses ist eine frühere Kontaktaufnahme mit der Seminarabteilung der Paracelsus Schulen zu empfehlen.
Zum Schluß wurde mir noch ein Versprechen
in Peking abgenötigt: Für das Jahr 2001 plant HP Thews für die Paracelsus Schulen zusammen mit der Seminarabteilung eine Rundreise für je zwei Wochen an unterschiedlichen Kliniken in der Provinz Sichuan. Hier können weit Fortgeschrittene oder ehemalige Chinareisende gerne teilnehmen.
Meine tiefe Dankbarkeit Herrn Martin, Herrn
Schmitt und dem unermüdlichen Einsatz der Damen der Seminarabteilung. Natürlich auch meiner Familie, die mich so oft entbehren muß.

ERFAHRUNGSBERICHTE

Dr. Klaus Peter Jordan, Zahnarzt
Ich habe mir öfters die Frage gestellt, ob sich der Aufwand lohnt, finanziell und zeitlich für vier Wochen nach China zu reisen. Zudem ohne westlich gewohnten Luxus; und dies alles, um Akupunktur zu lernen. Mitten in diese Gedanken, welche ich auch noch am Flughafen hatte, kam die Frage von HP Thews: "Meinen Sie, daß vier Wochen kurz oder lang sind?" Meine Antwort war: "Wenn es interessant ist, sind vier Wochen kurz. Heute weiß ich, dies war etwas gelogen. Vier Wochen fühlten sich an wie wenige Sekunden...".
Unsere Lehrer vor Ort und sicher auch Herr Thews mußten viel
Geduld aufbringen, wenn ich sehe, wie wir uns entwickelt haben.

Jedoch ist die Zeit nicht nur monogam mit Akupunktur gemäß der TCM verflogen. Ein Ausflug ging zum Tempel am "Claudy Peak". Es war sehr interessant, sich den Tempel anzusehen, einen Einblick in das Leben der Mönche zu bekommen. Den nachhaltigsten aller Eindrücke hatte jedoch der Weg zur obersten Gottheit, dem schwarzen Buddha gemacht. Da diese Tempelanlage an einem Berg liegt , mußten wir auf den Treppen dorthin an die Grenzen unserer körperlichen Leistungsfähigkeit bei subtropischen Temperaturen gehen. 
Um nun abschließend wieder zur Akupunktur zu kommen. Es reicht nicht aus, die Akupunktur aus Büchern und in wenigen Kursen zu lernen. Man muß sich auch einen Einblick in die Lebensart und Kultur der Menschen verschaffen. Einen nüchternen Bericht über ein Land voller Widersprüche kann man nicht mit Fakten schreiben. Es war interessant, arbeitsreich und wunderschön hier.

Iris Crede, Studienleitung Kassel
Mit Freude, Erwartung und Neugier im Gepäck trat ich die Reise ins "Ferne China" an. Nach einer langen, z.T. abenteuerlichen Anreise war ich froh, als wir das Medical College in Lu Zhou erreicht hatten. Wir konnten sogleich unsere gemütlichen 2-Bett-Zimmer beziehen und lernten uns näher kennen. Durch ein hervorragendes chinesisches Ärzteteam lernte ich schnell, daß es eine Akupunktur vor und eine Akupunktur in, bzw. nach China für mich geben würde. Die Liebenswürdigkeit und auch die Geduld der chinesischen Patienten, mit uns "Akupunkturfrischlingen" umzugehen, möchte ich besonders hervorheben.

Nicht nur das praktische Arbeiten hat einen neuen Lernprozess bei mir in Bewegung gesetzt, auch die weitere Vertiefung der Wurzeln der TCM werden mein weiteres Arbeiten mit der Akupunktur in Deutschland wesentlich prägen.

Frau Domenique Bieger
... endlich war der Tag der Abreise Richtung
China gekommen. Nachdem ich das staubige und trockene Peking gesehen hatte, erschien mir der Anflug auf Chengdu wie die Reise in den Garten Eden; Reisfelder, Gemüsefelder, Grün soweit das Auge reicht.
Die Begrüßung der
Delegation aus Lu Zhou war herzlich. Die Unterkünfte in Lu Zhou waren schön und in der Dining hall bekamen wir leckeres Essen.
Die Arbeit im Generalhospitel
war sehr anstrengend, aber dafür um so fruchtbarer. Es war schön, den eigenen Mut wachsen zu sehen, nachdem ich mir anfangs nicht viel zutraute.

Die überragenden Fähigkeiten der Ärzte und stetiges "learning by doing" haben in mir eine tiefes Selbstvertrauen zu meinen eigenen Fähigkeiten geweckt. Ich kehre zurück nach Deutschland mit der noch größeren Überzeugung als zuvor, daß die Traditionelle Chinesische Medizin der richtige Weg ist, die Akupunktur bei uns anzuwenden.

Frau Babette-Isabell Frey, Heilpraktikerin
Je näher der "große Tag" rückte, desto nervöser wurde ich. Eines war mir von Anfang an klar: "China würde eine Erfahrung werden. Nur war mir vor der Reise noch nicht klar, was für eine schöne Erfahrung es werden würde".
Ich habe nun die Erkenntnis gewonnen,
daß mich die TCM mein weiteres Leben begleiten wird, als "Werkzeug" in meiner Praxis, aber auch als Thema, in das ich tiefer und fundierter eindringen möchte.

Jedem, der wirklich Akupunktur auf einem hohen Niveau betreiben möchte, kann nur empfohlen werden, dies im Land der aufgehenden Sonne zu tun. Jedoch sei die Anmerkung gestattet: hier wird Akupunktur nicht nur gelehrt und gelernt, sondern vorallem durch die Ärzte vorgelebt.

Frau Lydia Madlener, Kunsttherapeutin
Als ich auf den Paracelsus Tagen in Lindau den Schulungsraum betrat, stand dort ein junger dynamischer Lehrer, der begeistert von der Akupunktur sein Wissen mit soviel Elan an uns weitergab, dass mich dieses Thema fesselte. Einige Wochen später führte uns HP Thews in Lindau in die Akupunktur ein. Die Unterrichtseinheit begann mit Qi, acht Stunden auf die Praxis bezogene Thematik.

Der Basiskurs in TCM-Hospital in Lu Zhou übertraf alle meine Erwartungen. Unter der fachkundigen Führung des TCM-Arztes Dr. Wang, einem feinen Mann, wurden wir tief in die Akupunktur eingeführt. Im theoretischen Teil lehrte Dr. Wang über den Diagnoseansatz der TCM, von verschiedenen Nadeltechniken und Qi. Hier sei auch einmal an jene gedacht, die diesen Kurs ermöglichten. Für Ihren Einsatz recht herzlichen Dank.

Frau Esther Saul
Hier in diesem Land ist alles anders.
Wie sich die Philosophie dieser Menschen in der Akupunktur und den Behandlungen widerspiegelt, ist für mich westlichen Menschen absolut neu. Neben Akupunktur wurde auch Tui Na von mir favorisiert, Zungen- und Pulsdiagnose sowie Qi Gong unterrichtet. Die hier angewandte Nadeltechnik unterscheidet sich sehr von dem bisherigen Deutschen Standard. Auch wie die Menschen mit Schmerz umgehen, hat mich eine neue Sichtweise gelehrt. Die Harmonie der Dorfbewohner, mit der Natur umzugehen und das Land zu bestellen, ist einmalig.

Frau Daniela Kopp
Als ich meine Heilpraktikerausbildung
bei den Paracelsus Schulen begann, stand für mich fest, daß die Akupunktur ein wichtiger Bestandteil meines späteren Therapiekonzeptes werden wird. Die Möglichkeit, ein Praktikum am Medical College in Lu Zhou zu absolvieren, machte meine Vorstellung komplett.
Unsere Gruppe im TCM-Hospital bestand aus vier Praktikantinnen. Wir begannen morgens mit Tui Na, Qi Gong, danach bis zum Mittag mit der Behandlung der ambulanten Patienten. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen haben uns die Ärzte des TCM-Hospital die Traditionelle Chinesische Medizin und Ihre Zusammenhänge vermittelt.

Ich habe mit der TCM, insbesondere auch mit der Akupunktur, hier nochmals neu begonnen und bin davon überzeugt, daß der Erfolg in Deutschland für meine späteren Patienten und für mich nicht ausbleibt.

Dr. rer. nat Dana Reiskova, Heilpraktikerin
Ich befasse mich nun schon seit Jahren mit der traditionellen Heilkunde des Fernen Ostens und nehme immer die Gelegenheit wahr, mich vor Ort ausbilden zu lassen. Das Angebot der Paracelsus Schulen, an der berühmten Hochschule mit Kliniken in Lu Zhou, Provinz Sichuan, kam für mich zum richtigen Zeitpunkt. Die Organisation war perfekt, Wünsche schon fast von den Augen abgelesen. Wir haben nicht nur täglich gestochen und über die TCM-Therapien diskutiert, sondern begannen auch zu philosophieren. Wir sind ein Teil der Studentenstadt geworden!

Unsere Fortbildung hatte ein sehr hohes, praktisch orientiertes Niveau, das täglich mit dem großartigen Praktiker Dr. XIAO, dem etwas schüchternen Dr. ZHU und der Frau Prof. Hu gewährleistet wurde. In vier Wochen hatten wir die Möglichkeit, uns mehr als 60 neue Krankheitsfälle anzusehen, TCM Diagnostik zu üben und von der ersten Minute an unter der Aufsicht unserer Lehrer zu behandeln. Rücken- und Gelenkbeschwerden jeder Art inklusiv Discus Prolaps, entzündliches Rheuma, Neuralgien, Tinnitus, Taubheit, Rippenprellungen und vieles mehr.
Es war wunderschön, ein Erlebnis! Ich bedanke
mich bei allen.

Frau Claudia Orzekowski, Diplom-Sportlehrerin
Lu Zhou, man plant die Reise, wollte sich noch einmal gründlich vorbereiten und dann eilt die Zeit an mir vorbei und ich stand in Frankfurt am Flughafen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Peking setzten wir unsere Reise nach Chengdu fort.
Wir wurden ohne Vorbehalte in das
tägliche Leben integriert. So auch in den Praxisbetrieb und endlich bekam das Wort „bedside-tea-ching" einen tieferen Sinn für mich.
Von
08.00 bis 12.00 Uhr begleiteten wir Dr. Xiao und durften mit ihm in der Ambulanz arbeiten. Hier wurde uns von Ärzten mit jahrelanger Erfahrung ihr Wissen nicht nur mitgeteilt, sondern die Möglichkeit gegeben, den Behandlungserfolg mitzuerleben.

Selbst daran teilzunehmen, teilweise mit unerwarteten Stichtechniken. Auch die zweite Hälfte des Tages von 14.00 bis 18.00 Uhr war mit der Behandlung von stationären Fällen gefüllt. Eindrucksvoll konnte ich die Wiederherstellung eines schweren Knietraumas beobachten und dies selbst betreuen. Innerhalb von zwei Wochen wurde die normale Gehfunktion erreicht, trotz starker anfänglicher Schmerzen, Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen. An diesem Erfolg durften wir durch die tägliche Mitarbeit teilhaben. Es herrscht Harmonie zwischen Alt und Neu. Ein Spagat, den China noch beherrscht.
Ich danke allen Menschen, die mir diese
Reise ermöglichten, insbesondere meinem Mann.

  © Franz Thews