Meine Reise zur
Traditionellen Chinesischen Medizin

Hp Handrock und Professor Dong in Nan Ning

Heilpraktiker- weshalb denn ?
1992 hatte ich, Jörg Handrock den ersten Kontakt mit der Naturheilkunde –ich ging damals zum „Homöopathen“. Dort faszinierte mich die Gründlichkeit der Anamnese und ihr Charakter: Ich fühlte mich als Mensch mit meinen Gefühlen, Gedanken, Phantasien und Vorlieben angenommen. Noch mehr begeisterte mich, dass  auch das eigentümlichste Symptom bereits in einem dicken Buch stand, das ich später als Kent’s Repertorium kennen lernte. Eine Heilweise, die den Menschen so universell und auch individuell betrachtet, erschien mir weit glaubhafter, menschlicher und auch spannender als die bisher erlebten schulmedizinischen Behandlungen. Schon lange interessierten mich psychologische Themen und hier fand ich eine großartige Zusammenschau von Psyche und Soma. Meine Motivation für den Beruf des Heilpraktikers finde ich darin, Menschen dauerhaft, tiefgreifend und ohne Nebenwirkungen zu heilen. Spannend wie ein gutes Buch ist es für mich, dabei immer effizientere Methoden kennen zu lernen.

Die Zeit der Ausbildung
Die Zeit der Ausbildung kann auch als Suche nach den richtigen Weg beschrieben werden. Wie immer, wenn festgetretene Wege verlassen werden, ist der Weg nicht klar und eindeutig. Ich begab mich also auf den Weg, oder wie die Chinesen sagten: Der Weg war mein Ziel!

Von 1994 bis 1996 bereitete ich mich intensiv auf den Beruf des Heilpraktikers vor. Die vorgeschriebene Überprüfung bestand ich im ersten Anlauf im November 1996. Nun war ich Heilpraktiker von Berufswegen. Das will heißen, ich hatte meinen Traumberuf erlangt. Stolz stellte ich jedoch schnell fest, das einige meiner medizinischen Grundlagen in der Praxis therapeutische Erweiterungen bedürften. So begann die Zeit der Aus-, Weiter und Fortbildung. Der Weg war wieder steinig. Ich besuchte unzählige Fachfortbildungen, unter anderem auch im Bereich der Hypnosetherapie.

Doch es fehlte mir noch etwas, ein in sich geschlossenes und vor allem auch logisches medizinisches System. Hier übte die Jahrtausend alte Traditionelle Chinesische Medizin eine große Anziehung auf mich aus. Ein intensives Studium in Akupunktur bei HP Franz Thews wird zur Brücke. Die tiefe Faszination zur chinesischen Medizin und letztendlich auch zur Brücke für einen Studienaufenthalt in China in Nan Ning

Meine erste Reise nach Asien war, wie viele bestätigen können eine Reise ins Wunderland. Große Augen und viele Fragen begleiteten mich in Nan Ning. Doch meine Professoren konnten meinen Wissensdurst und die vielen Fragen geduldig stillen. Mein „Handwerk“ erlernte ich insbesondere während eines dreimonatigen Bedside-Teachings am 1. Krankenhaus der Universität für TCM in Nan Ning, China im Herbst 1997. Diese Universität ist das Zentrum der chinesischen Medizin der Provinz Guangxi, in der über 50 Millionen Menschen leben. Es stehen 1000 Betten in den verschiedenen Abteilungen zur Verfügung und über 3000 Patienten werden täglich ambulant behandelt.

In China sind Akupunktur oder Tai Chi keine Modeerscheinungen, sondern fest verwurzelte Behandlungsmethoden. Meine Lehrer in Nan Ning, die Professoren Huang, Xu und Dong haben jahrzehntelange Erfahrungen im Klinikalltag gesammelt und zahlreichen Menschen geholfen. Nicht umsonst bilden sie seit Jahren Studenten aus China, aber auch aus vielen westlichen Ländern aus. Die Herren Prof. Huang und Dong sind ausgezeichnete Akupunkteure, die in ihrer Heimat vor allem Schmerzen, Schlafstörungen und rheumatische Erkrankungen behandeln.

Während meines Studiums konnte ich selbst miterleben, wie viele Patienten mit diesen Beschwerden geheilt wurden. Besonders beeindruckend fand ich die Therapieerfolge bei Schlaganfallpatienten.

Professor Xu's Domäne ist die chinesische Massage und Chiropraktik Tui Na. Vor allem im Südwesten Chinas kommen viele Menschen zu ihm mit orthopädischen Störungen. Vom HWS-Syndrom bis zum Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule: Prof. Xu konnte für mich höchst überraschende Ergebnisse erzielen. Tui Na umfasst Akupressur, Massagetechniken und chiropraktische Methoden. Basis ist auch hier die Vorstellung, dass der Mensch von Energiebahnen, den Meridianen, durchflossen wird. Alle 3 Professoren sind auf ihrem Gebiet natürlich auch gute Diagnostiker. So lassen sich anhand des Pulses und der Zunge wertvolle Aussagen über die Ursachen von Erkrankungen und den Allgemeinzustand treffen. Prof. Xu sagte mir, dass er mit seinen Händen oft mehr „sehen“ kann als auf dem Röntgenbild.

Die Ausbildung in Nan Ning hat meinen weiteren Weg als Heilpraktiker entscheidend geprägt. Besonders vorteilhaft fand ich die Möglichkeit, bei vielen Patienten und Patientinnen die Diagnostik und anschließende Behandlung miterlebt oder sogar selbst durchgeführt zu haben. Gerade für den angehenden Therapeuten gibt es meines Erachtens keine bessere Möglichkeit als nach China zu gehen, um praktische therapeutische Erfahrungen zu sammeln.

Zu meinen Lehrern blieb ich über die Jahre in engem Kontakt. 1999 und 2001 waren sie meine Gäste: durch die über einjährige intensive Zusammenarbeit in meiner Praxis konnte ich meine Kenntnisse der TCM überprüfen und wesentlich erweitern.

Die dort gewonnene praktische Erfahrung untermauern ich mit zwei weiteren Seminaren bei Franz Thews im Juni 98 und Februar 99. Bei schwierigen Krankheitsbildern konsultiere ich mich darüber hinaus mit ihm und Prof. Dong aus Nan Ning. Stetige besuche meiner chinesischen Freunde in meiner Praxis vertiefen die Erfahrungen und das vertrauen zur chinesischen Medizin.

Weitere Seminare schlossen in Zungendiagnose, Pulsdiagnose und in chinesischer Pflanzenheilkunde an.

Am Anfang war der Weg. Heute begleiten mich meine Freunde Professor Dong aus Nan Ning und Franz Thews auf dem Weg. Eine tiefe Freundschaft zu meinen Lehrern und zur traditionellen Chinesischen Medizin sind das Ergebnis eines persönlichen Wandels.



  © Franz Thews