Moxibustion

Wärmetherapie in der Traditionelle Chinesischen Medizin

Während meinen verschiedenen Aufenthalten in den unterschiedlichsten Provinzen Chinas konnte ich den regen Gebrauch von der "Wärme- und Brenntherapie", neben der Akupunktur miterleben. Etwas irritiert, aufgrund der schwachen Repräsentanz dieser Therapie in Europa habe ich mich anschließend etwas ausführlicher mit dieser Therapieform beschäftigt.

Die übliche Nadeltherapie in Deutschland mit den Begriff "Akupunktur" belegt, zeigt jedoch nur eine Möglichkeit der energetischen Therapie auf. In China wird dies mit dem Terminus "Zhen Jiu" oder auch "Zhen Jiao Fa" belegt. Dies bedeutet soviel wie "Die Methode des stechen und brennen". Hiermit wird angedeutet, das nicht nur die Nadeltherapie als Reizart benutzt wird, sondern gleichberechtigt auch die Brenntherapie eine bedeutende Stellung einnimmt.

Auch in Europa hat die Wärmetherapie durchaus ein bedeutende Stellung. Wir kennen dies noch aus der Kinderliteratur. So steht bei Max und Moritz: "..und ein heißes Bügeleisen hat es wieder gut gemacht."

Letztendlich können wir das Geheimnis von Zhen Jiao Fa auf folgende Trias bringen:

  • Reizort
  • Reizart
  • Reizstärke

Die Chinesen würden diese beiden Methoden der Reizart, wir wollen sie im weiteren Akupunktur und Moxatherapie nennen, als zwei Schwestern bezeichnen, beide gleichberechtigt in einem energetische System um sich zu ergänzen und einander synergetisch zu unterstützen. Um dies zu verstehen muss jedoch erst einmal die Grundlage der energetischen Therapie und ihr zukünftiger therapeutischer Wert diskutiert werden. Hier stellen Gesundheit und Krankheit gemäß der Theorie zur Akupunktur, im weitesten Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin energetische Zustände dar.

Wenn im Energiekreislauf eine Dysfunktion auftritt, so entsteht Krankheit. Heilung entsteht in der Wiederherstellung eines ausgewogenen Energiezustandes und dem ungehinderten Energiefluss. Darüber wurde auch im ältesten Buch zur Akupunktur, fertiggestellt in der Zeit "Der Streitenden Reichen" etwa im Jahre 475 bis 221 v. Chr. geschrieben. Der Name des Buches ist: "Huang Di Nei Jing", und bestehend aus zwei großen komplexen Kapiteln:

  • So Quenn
  • Ling Shu

Es ist heute noch ein in sich geschlossener Text, der jedoch in den verschiedenen Jahrhunderten der therapeutischen Realität angepasst wurde. Zu Recht wird dieses Buch manchmal als die "Bibel der Akupunkteure" bezeichnet.

Wie in jedem Medizinsystem müssen die Aufgaben entsprechend genau definiert sein. Die Therapie in der energetischen Medizin hat, um unsere westliche Medizin zu ergänzen, mehrere Aufgaben. Diese sind u.a.

  • Die Körperenergie zu stärken
  • pathogene Faktoren vertreiben
  • äußere pathogene Faktoren
  • innere pathogene Faktoren
  • Harmonie von Yin und Yang herstellen
  • pathologische Prozesse zu begrenzen

Bei der zukünftigen Betrachtung zu bestimmten Indikationen oder Organen gemäß der TCM, bewegen wir uns innerhalb dieser, zum Teil philosophischen Betrachtungen. Das "Huang Di Nei Jing", zu deutsch, "Des gelben Kaisers innerer Klassiker" beschäftigt sich unter anderem mit dem Einfluss von Höhenlage und geographischer Lage Chinas.

Im So Quenn, zu deutsch "schlichte Fragen" oder "einfache Fragen" werden die Gegenden Chinas beschrieben. Im Bezug auf die Moxatherapie lesen wir wie folgt:

Der Norden ist die Gegend, wo die Energie des Himmels und der Erde bewahrt wird, in großer Höhenlage mit kalten Wind und Eis....Daher werden ihre Organe oft von pathogener Kälte befallen.... Die Therapie besteht im Abbrennen von Artemisia-Blättern in Pulverform. So stammt die Thermotherapie aus dem Norden.

Gerade die Alpenregion von Deutschland, Schweiz und Österreich entsprechen dem Norden Chinas. Kulturelle, soziale und infrastrukturelle Aspekte sollen bei dieser Betrachtung einmal außen vor Fallen. Deshalb müsste diese Therapie, aufgrund der regionalen Gegebenheiten der Alpenregion mit dem Norden Chinas verstärkt zum Einsatz kommen.

Innerhalb des energetischen Konzeptes ist die treibende Kraft "Qi". Wir wollen auf die Beschreibung des Begriffes aus unterschiedlichen Gründen verzichten. Jedoch hat dieses Qi Hauptfunktionen zu erfüllen. Diese sind u.a.

  • Ursprung aller Bewegungen
  • Wärmt die Körperorgane
  • Bildet die Körperabwehr
  • Transformation der Nährstoffe
  • Hält die Organe nach oben gegen die Schwerkraft

Namensursprung

Anstatt Wärme- und Brenntherapie benutzt man im deutschsprachigen Raum den Begriff "Moxatherapie". Schon die gebräuchliche Form des Namens Moxa bereitet in der Deutung gewisse Schwierigkeiten. So kann der Name aus dem Japanischen Moje Kuosa (Mogusa, wobei das u nicht ausgesprochen wird) mit "Haut brennen" übersetzt werden.

Weitere Namensableitungen wurden diskutiert:

   
Französisch meche Lunte
  muscus Moos
Spätlateinisch myxa Lunte, Docht
Spanisch moxama geräucherter Fisch
Portugiesisch Mexa Lunte

Aus all diesen Begriffen hat sich wahrscheinlich das Lehnwort Mogusa eingebürgert und kam nach Europa. Aufgrund der aussprachlichen Vernachlässigung wurde mit der Zeit daraus "Moxa".

Heute wird diese Therapie bei "Insidern" als:

  • Moxatherapie
  • Moxibustion
  • Wärmetherapie
  • Thermopunktur
  • Jiu Fa
  • Zhen Jiao Fa

bezeichnet.

Indikationen

Hauptanwendungsgebiet für die Moxatherapie sind insbesondere die chronischen Krankheiten:

  • Chronische Bronchitis
  • Asthma bronchiale
  • Chronische Diarrhöe
  • Melancholie
  • Depression
  • Colon nervosa
  • Colon iritabile
  • Hypotonie
  • Erschöpfungssyndrom
  • Durchblutungsstörungen
  • Sexuelle Unlust
  • Impotenz
  • Frauenheilkunde
  • Ödeme
  • Erkrankungen der Knochen und Gelenke
  • Steigerung der Leistungsfähigkeit
  • Gesundheitsvorbeugung

Eine Betrachtung der Moxatherapie darf und kann nicht auf das Aufzählen von Indikationen reduziert werden. Hier sind besonders wieder die energetischen Aspekte zu berücksichtigen.

Therapeutische Möglichkeiten

Moxatherapie kann

  • Meridiane erwärmen
  • Kälte zerstreuen
  • Blut bewegen
  • Qi bewegen
  • Yang-Energie

stärken

  • Krankheiten vorbeugen

Innerhalb der traditionellen chinesischen Medizin findet Moxa bei:

  • Windkrankheiten
  • Kältekrankheiten
  • Feuchtigkeitskrankheiten
  • Leere-Krankheiten
  • Blockaden des Qi
  • Blockaden des Xue
  • Yang-Mangel-Zustände

ein große therapeutische Anwendung. Als Praxistipp kann die Empfehlung ausgesprochen werden, zwischen einzelnen Akupunktursitzungen, die sich um die Regulierung des Energiegleichgewichtes bemüht, häufige Moxasitzungen durchzuführen.

Kontraindikationen

  • Fieber
  • akute infektiöse Erkrankungen
  • akute Entzündungen
  • Diabetes
  • Blutungen während der Menstruation
  • Schwangerschaft
  • große Unruhe
  • Schlaflosigkeit
  • Plethora

Innerhalb der traditionellen chinesischen Medizin gelten als Kontraindikation:

  • Hitzeerkrankungen
  • Yang-Fülle-Krankheiten
  • Yin-Leere-Krankheiten

 

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